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28.05.2018, 15:49 Uhr
Rhein: Land Hessen investiert 40 Millionen Euro in die Denkmalpflege
Verlässliche Förderung des Ehrenamtes/Welterbe ist Wirtschaftskraft
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 28. Mai 2018 - Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute eine beeindruckende Bilanz der hessischen Denkmalpflege gezogen. In den vergangenen fünf Jahren hat das Land in die Pflege seiner Kulturdenkmäler rund 40 Millionen Euro investiert.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Kulturdenkmäler fördern den Stolz und das Selbstverständnis der Städte und Gemeinden in Hessen und tragen zu ihrer Attraktivität bei. Historische Stadtkerne und unverwechselbare Ortsbilder stehen für Kontinuität und den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Geschichte. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung ist es wichtig, den Bürgern ein Gefühl für die Einzigartigkeit unseres kulturellen Erbes in Hessen zu vermitteln. Das haben wir in den vergangenen Jahren mit steter Förderung geleistet.“

Denkmalpflege sichert auch Arbeitsplätze in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Jede Investition in ein Kulturdenkmal zieht Folgeinvestitionen in siebenfacher Höhe nach sich. Denn anders als in der industriellen Fertigung werden Bauteile in der Denkmalpflege nicht einfach ausgewechselt, sondern behutsam repariert und ergänzt.

Jährlich kommen etwa 700 Kulturdenkmäler in den Genuss einer Förderung. Der größte Anteil der Maßnahmen konzentriert sich auf private Objekte mit Fördersummen unter 10.000 Euro. Bei großen Anlagen wie Schlösser, Kirchen und herausragenden kommunalen Denkmälern leistet die Denkmalpflege eine Anschubfinanzierung und begleitet die Maßnahmen.

Welterbe in Hessen

Die Wirtschaftskraft der Denkmalpflege zeigt sich vor allem beim Welterbe. Im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel etwa haben sich die Besucherzahlen nach der Verleihung des Welterbetitels anfangs verdreifacht und nun auf etwa das Doppelte eingependelt. Dies kommt der gesamten Region zugute, denn in der Regel interessieren sich die Besucher auch für die Kulturdenkmäler in der Umgebung und fördern damit den Tourismus der Region.

„Hessen verfügt mit dem Kloster Lorsch, der Fossilienlagerstätte Grube Messel, einem Abschnitt des Oberen Mittelrheintals und des Obergermanisch-Raetischen Limes, dem Nationalpark Kellerwald-Edersee, Anteile am Welterbe Buchenurwälder der Karpaten und den Alten Buchenwäldern Deutschlands sowie dem Bergpark Wilhelmshöhe schon über sechs Welterbestätten. Ich hoffe, dass wir mit dem Antrag für die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt Erfolg haben. Auf die künstlerischen Impulse, die von der Mathildenhöhe aus in die Welt gingen und die bis in die Gegenwart ausstrahlen, sind wir in Hessen sehr stolz. Dann hätte Hessen eine siebte Welterbestätte und läge damit bundesweit weit vorne“, ergänzte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Ehrenamtliches Engagement

Eine große Rolle in der Denkmalpflege spielt das ehrenamtliche Engagement. In Friedberg zum Beispiel haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengetan, um das 1909 erbaute und 1980 geschlossene Hallenbad zu sanieren und zur Kulturstätte umzuwidmen. Die Hessische Landesregierung begleitet die Sanierung mit einem Fördervolumen von bisher 700.000 Euro. Die Menschen in Hofgeismar haben ihren historischen Bahnhof vor dem Zerfall gerettet und ihn zu einem Begegnungszentrum umgebaut – vom Land gab es dafür rund 320.000 Euro Unterstützung.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die Denkmalpflege ist ohne das Engagement zahlreicher Vereine, Initiativen und Einzelpersonen nicht denkbar. Davon hängen der Erhalt einer großen Zahl von Baudenkmälern und die Erfassung zahlreicher Bodendenkmäler in ganz Hessen ab. Zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements haben wir deshalb die Denkmal-Fördermittel ab diesem Jahr um 200.000 Euro erhöht, um die Menschen bei der Erhaltung ihrer Schätze, in die sie so viel Zeit, Herzblut und Geld stecken, zu unterstützen.“

Hessisches Denkmalschutzgesetz novelliert

Grundlage jeder Arbeit am Denkmal ist das Hessische Denkmalschutzgesetz, das Ende 2016 überarbeitet wurde. Neu ist zum Beispiel, dass künftig Barrierefreiheit berücksichtigt, das Ehrenamt weiter gestärkt und die Rolle des UNESCO-Welterbes in Hessen bestätigt wird. „Damit sind wir unserer Verpflichtung nachgekommen, die Arbeit der Denkmalpflege in Hessen auch in Zukunft als hoheitliches Handeln zu legitimieren. Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und Kultur sowie die Landschaft genießen den Schutz und die Pflege des Staates und der Gemeinden“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Europäisches Kulturerbejahr

Der gemeinsamen europäischen Dimension des kulturellen Erbes in Hessen ist das Europäische Kulturerbejahr 2018 unter dem Motto „sharing heritage“ gewidmet. Die Hessische Landesregierung beteiligt sich mit einem Projekt zum baulichen Erbe der Hugenotten und Waldenser in Hessen sowie mit Leihgaben zur nationalen Ausstellung „Bewegte Zeiten - Archäologie in Deutschland“, die vom 6. September 2018 an im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen sein wird.

„Wichtig ist, auch in Zukunft über nationale Grenzen hinweg das Gemeinsame unserer Geschichte anzuerkennen und Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Werten und Ressourcen zu sensibilisieren“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

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